Unsere Vision, Mission und Ziele

Der Vision-Mission-Ziele-Prozess ist Teil der soziokratischen Organisationsmethode und beschreibt ein Vorhaben vom Abstrakten zum Konkreten:

  • Vision bezeichnet die langfristig angestrebte Welt, in die das eigene Projekt eingebettet ist.
  • Mission bezeichnet die abstrakten und übergeordneten Ziele des eigenen Projektes.
  • Ziele sind konkret, messbar und terminiert. Sie werden kontinuierlich überarbeitet.

Vision: Welche Welt wollen wir den folgenden Generationen hinterlassen?

Wir haben die Vision einer Welt, in der die Bedürfnisse aller zählen und ausgewogen befriedigt werden, und in der sich die Menschen auf Augenhöhe begegnen. Diese Welt beruht auf einer Solidarischen Ökonomie, die nach den gesammelten abstrakten Bedürfnissen der Menschen (z. B. Nahrung) und dem aktuellen konkreten Bedarf jedes Einzelnen  wirtschaftet. Lebensnotwendige Ressourcen wie Wasser, Atmosphäre, Böden und Wälder sowie Wissen, Bildung, Produktionsmittel und Gesundheitswesen werden gemeinschaftlich als „Commons“ (Gemeingüter) organisiert und stehen allen gleichermaßen zur Verfügung. Entscheidungen werden von allen Betroffenen gesellschaftlich basisdemokratisch (die Mehrheit bestimmt) bis konsentual (jeder Vorschlag ohne gewichtiges Gegenargument wird angenommen) gefunden. Anstelle von Konkurrenzdenken treten Zusammenarbeit und Austausch. In der Landwirtschaft wird biologisch und ohne Gentechnik angebaut, damit alle Zugang zu Lebensmitteln haben, die zur Gesundheit beitragen.

Aus dieser Gesamtheit entsteht ein ausgewogener Wohlstand, der der gesamten Vielfalt der Erde ein nachhaltiges und umfassendes Wohlergehen ermöglicht. Wir möchten ein möglichst intaktes Ökosystem hinterlassen, in dem kommende Generationen nicht mit Altlasten okkupiert werden, sondern ihre Zukunft kreativ und umsichtig-selbstbestimmt leben können.

Mission: Welchen Auftrag geben wir uns selbst?

Wir tragen zu einer Solidarischen Ökonomie bei, indem wir

  • direkte Beziehungen zwischen Konsumenten und Produzenten aufbauen,
  • das wirtschaftliche Risiko des Hofes mittragen,
  • Lebensmittel möglichst vollständig verwerten,
  • durch Produktion in einem „Commons“ (SoLaWiS-Reyerhof) einen nichtmarktorientierten Umgang mit Ressourcen (Land, Geld, Betriebsmittel, Produkte) pflegen
  • Produkte zur direkten Bedürfnisbefriedigung und nicht zum Tausch bzw. Weiterverkauf herstellen (letzteres wären sog. „warenförmige“ Produkte)
  • Produkt und Preis voneinander entkoppeln,
  • darauf achten, dass die Bedürfnisse aller Mitarbeiter und Mitglieder zählen, und uns benachteiligten Gruppen gegenüber solidarisch verhalten,
  • uns als einen Knoten in einem solidarökonomischen Netzwerk verstehen,
  • Ansprechpartner für solidarisches und commonsbasiertes Wirtschaften sind,
  • den Transfer unseres solidarischen Modells auf andere Wirtschaftsbereiche fördern,
  • zu Bildungsveranstaltungen einladen,
  • uns für Ernährungssouveränität einsetzen,
  • die Gemeinschaft untereinander fördern.

Ziele: Wie setzen wir unseren Auftrag in die Tat um?

Landwirtschaft

  • Wir organisieren Solidarische Landwirtschaft in Kooperation mit dem Reyerhof Möhringen und bekommen wöchentlich biologische, saisonale und lokale landwirtschaftliche Produkte.
  • Wir tragen zur langfristigen Existenzsicherung des Hofes bei.
  • Wir achten auf Biodiversität und die Pflege alter Sorten.
  • Wir verarbeiten Überschüsse und machen sie haltbar.

 

Solidarische Ökonomie

  • Wir bauen ein SoLaWi-Netzwerk zum Produktaustausch für die Region Stuttgart auf und vermehren unsere Mitglieder.
  • In einer jährlichen Bieterrunde sammeln wir Mitgliedergebote für das kommende Wirtschaftsjahr, um dem kooperierenden Reyerhof ein verbindliches Angebot zu machen und unterschiedliche Zahlungsfähigkeit innerhalb der Initiative solidarisch auszugleichen.
  • Wir überprüfen unsere allgemeinen Bedürfnisse in den regelmäßigen Organisierungs-Treffen und unseren konkreten Bedarf jährlich vor der Anbauplanung. Die Entscheidungen finden wir basisdemokratisch (die Mehrheit zählt), systemisch konsensierend (die wenigsten Gegenstimmen zählen) bis konsentual (Vorschläge ohne gewichtige Gegenargumente werden angenommen).

 

Bildung & Gemeinschaft

  • Wir bemühen uns um eine offene Kommunikation zwischen Hof, Organisationsgruppe und Mitgliedern.
  • Wir laden zu Vorträgen und Workshops mit Themen ein, die unserer Mission entsprechen: Agrar- und Lebensmittelsystem, Solidarische Landwirtschaft international, Gentechnik, Landgrabbing, Postwachstumsansätze, Commons, Tierhaltung (Geflügel, Bienen), …
  • Wir bilden uns in freiwilligen Hofeinsätzen.
  • Wir fördern die Bildung neuer SoLaWi-Gruppen
  • Wir vernetzen uns mit Gruppen, die ähnliche Ziele verfolgen (z.B. Slowfood)

 

(Ausgearbeitet von der Konzepte-AG im Oktober 2015, redaktionell bearbeitet von der Website/Kommunikations-AG im April 2017)